| |
September 1999, Tagesausflug, Krimmler
Wasserfälle, Salzburger Land
31.5.1998 Treffen der
"Prietenii Muntilor - Resita" in Augsburg - TSG Gaststätte, Schillerstraße
105
Mit dieser Anzeige - in einer
Zeitung erschienen und per Post an Freunde versandt - fing vor zwei Jahren
alles an. Wird sich überhaupt noch jemand in der neuen Heimat für unsere
alten bergländischen Traditionen interessieren? Sind unsere alten Mitglieder
nicht zu verstreut in allen Himmelsrichtungen, zu alt oder zu beschäftigt?
Und legen sie überhaupt noch Wert auf ein gemeinsames Treffen? Viele Fragen
mit noch mehr Unbekannten beschäftigten uns, als wir diesen Aufruf starteten.
Die Reaktionen im Vorfeld - von Begeisterung über Skepsis bis zu "Das
funktioniert doch nie!" Wer hatte Recht? Um das herauszufinden, mußten
wir den Sprung ins kalte Wasser wagen.
Um so überraschter waren wir, als dann mehr als 50 begeisterte Teilnehmer
aus allen Ecken Deutschlands - hauptsächlich Leute aus dem Verein "Prietenii
Muntilor", aber nicht nur - zum ersten Treffen kamen und auch Begeisterung
für weitere gemeinsame Unternehmungen zeigten. Ein Ansporn für uns, die
Sache weiterzuführen.
Ein Jahr später wollten wir uns wieder treffen, am gleichen Ort und -
so hofften wir - auch in gleicher Stärke. Diesmal nutzten wir auch die
neuen Medien und versuchten übers Internet auch die Jüngeren für unser
Unterfangen zu gewinnen. Unsere Mühe sollte sich lohnen: der jüngste Teilnehmer
war gerade mal ein Jahr alt, der älteste - Hut ab, Herr Marek! - hatte
schon mehr als 80 Lenze auf dem Buckel. Und wieder kamen sie aus allen
Teilen Deutschlands angereist, ja sogar aus Österreich. Und wir waren
fast doppelt so viele wie beim ersten Treffen. Die Bilanz nach zweieinhalb
Jahren kann sich sehen lassen:
zwei gut besuchte Treffen - das dritte für April 2000 in Vorbereitung,
etliche gesellige Abende in kleinem oder größerem Kreis mit Tanz und Besichtigung
der Dias und Fotos von unseren Ausflügen, verlängerte Skiwochenenden im
Stubai- und Pitztal, mehrere Tages-Skifahrten, ein Faschingsmaskenball
im Februar 1999 in Ottobrunn, ein riesiges Grillfest am Wörthsee im August
1999, gemeinsame Spielabende, Sommerausflüge ins Salzburger Land zu den
Krimmler Wasserfällen - um nur die wichtigsten Unternehmungen zu erwähnen.
Da die Leute, die sich nicht nur fürs Mitmachen, sondern auch für organisatorische
Arbeiten begeistern konnten, hauptsächlich aus dem bayerischen Raum kamen,
konzentrierten sich unsere Aktivitäten bisher auf Süddeutschland und Österreich,
was aber nicht heißen soll, daß der "harte Kern aus Bayern" sich nicht
auch mal in den Schwarzwald, den Taunus oder sonstwohin begeben würde.
Es gibt noch so viele schöne Ecken, die wir gemeinsam entdecken wollen.
Um einen Einblick in unser lustig-sportliches Treiben zu geben und damit
vielleicht den einen oder anderen zum Mitmachen anzuregen, möchte ich
auf unsere sehr beliebten Stubaital-Wochenenden zurückkommen. Wegen des
großen Zuspruchs mußten unsere Organisatoren Agathe und Erich Heidenreich
letztes Mal gleich drei Hütten mieten, statt einer, wie ursprünglich geplant,
hatten sich doch fast 50 Leute angemeldet. Bereits am Freitagabend des
ersten Adventwochenendes haben sich die meisten schon in Kampl bei Neustift
eingefunden. In dem größten Gemeinschaftsraum einer der angemieteten Hütten
wurde dann die "große Tafel" gedeckt, und in Kürze bog sie sich vor Köstlichkeiten,
die um diese Jahreszeit auch in der alten Heimat immer auf den Tisch kamen.
Dank Edith Kopetzky und Fredi Zimmermann, die den "rumänischen" Metzger
in Augsburg ausfindig gemacht hatten und auch bereit waren, für alle dort
einzukaufen, gab's Pradwurscht, Krammln, Pludwurscht, Pariser - nein,
nicht Condome! - sondern die uns unter diesem Namen bekannte Fleischwurst
(Anmerkung für die Jüngeren), dazu selbst eingelegtes Sauerkraut, rote
Zwiebeln, Hausbrot und natürlich Schnaps und Glühwein. Und das war noch
nicht alles. Nach dieser "pomana porcului" kamen nämlich die hausgemachten
Weihnachtsplätzchen an die Reihe. Da wurden Erinnerungen wach an alte
Düfte und Geschmäcker aus Omas "Kuchl", Rezepte wurden ausgetauscht und
das Feiern zog sich bis in die späte Nacht hinein.
Trotzdem waren wir am nächsten Tag - zugegeben, erst gegen Mittag - alle
wohlauf und munter auf dem Gletscher, wo wir uns je nach Können in kleinere
Gruppen zum Skifahren eingeteilt haben. Wie von alleine ergab es sich,
daß die Skiprofis unter uns sich abwechselnd der Anfänger, besonders der
Kinder annahmen. Die Nichtskifahrer verbrachten den Tag mit Rodeln oder
Wandern, so daß wirklich jeder auf seine Kosten kam. Am Abend trafen sich
alle im Neustifter Warmbad zum Plantschen, Schwimmen, Wasserrutschen.
Und wenn ein "normaler" Mensch nach so einem sportlichen Tag zu Bett geht,
fängt's bei uns erst wieder richtig an mit Feiern, Schlemmen und Gesellschaftsspielen
in fröhlicher Runde. Dabei hatten wir in einer Gaststätte Gelegenheit,
einem Lokalverein beim Volkstanz zu zuschauen, und als die Einheimischen
sangen "Zeppipolka tanz i kean, mit ten scheenen jungan Hearrn..." horchten
wir auf, haben doch die meisten von uns das Lied schon als Kind gehört
und gesungen.
Eines steht jetzt schon fest: Unser " Stubaital 2000 "-Wochenende haben
alle, die 1999 dabei waren, schon fest eingeplant. Agathe und Erich sorgen
für Unterkünfte und gutes Wetter - da haben wir doch schon die beste Erfolgsgarantie.
Na, und falls wir damit dem einen oder anderen Landsmann Appetit gemacht
haben auf gemeinsame Unternehmungen: Ihr müßt Euch nicht bis zum nächsten
Advent gedulden. Bald schon gibt es einen Wochenendausflug in den Bayerischen
Wald. Der Faschingsball ist auch schon fest eingeplant. Anfang April trifft
man sich wieder zum Tratschen, Schlemmen und Tanzen - in München oder
Augsburg. Der Termin steht bereits fest. Der Treffpunkt wird in der nächsten
Ausgabe der Zeitung und im Internet bekanntgegeben.
Unseren Veranstaltungskalender würden wir gerne mit weiteren geselligen
Wander- und Feierbegegnungen - nicht nur in Bayern - ergänzen. Auf eine
rege Beteiligung und ein fröhliches Zusammensein freuen sich die Organisatoren.
Stubaital, November 1998: "Fir für
die Piste"
v.l.n.r. Corina Schneider, Dorin Carabeu, Erich Heidenreich,
Christian und Linda Staroscik, Magda Rech, Aurelia Carabeu.
|